Der Workshop untergliederte sich in zwei Schwerpunkte: die Prävention sexualisierter Gewalt in der Kulturellen Bildung und Sozialen Arbeit und Methoden der Kulturellen Bildung in der Präventionsarbeit.
Prävention sexualisierter Gewalt in der Kulturellen Bildung und der Sozialen Arbeit
Sexualiserte Gewalt wurde definiert als jede sexuelle und sexualisierte Handlung, die an Anderen gegen ihren Willen vorgenommen wird oder denen aufgrund von diverser möglicher Unterlegenheit nicht zugestimmt werden kann. Dabei ist zentral, dass Menschen ihre Machts-und/oder Autoritätsposition ausnutzen, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Sexualisierte Gewalt umfasst grenzverletzendes, übergriffiges und nötigendes bzw. überwältigendes Verhalten. Begrifflich wird mit Betroffene:r, Täter:in und übergriffigen Kindern bzw. Jugendliche gearbeitet. Betroffene:r ist ein Mensch, der sexualisierter Gewalt ausgesetzt war oder ist. Täter:in beschreibt einen erwachsenen Menschen, dessen Tat bewiesen ist. Übergriffige Kinder bzw. Jugendliche meint junge Menschen, deren übergriffige Handlung bekannt ist. Vermutlich war jede:r siebte bis achte Erwachsene in seiner Jugend von sexualisierter Gewalt betroffen. Es ist davon auszugehen, dass in einer Schulklasse ein bis zwei Schüler:innen sexualisierte Gewalt erleben bzw. erlebt haben.
Warum ist Kinderschutz in der Kulturellen Bildung wichtig?
Innerhalb der Kulturellen Bildungsarbeit entstehen Nähe, Vertrauen und teilweise intensive Beziehungen zwischen Menschen mit unterschiedlichem Altern. Einige Sparten sind von köprerlicher Nähe und Berührungen, als Orte der professionellen Arbeit, geprägt, wodurch ein achtsamer Umgang mit Nähe und Möglichkeit Grenzen zu thematisieren notwenig ist, um Sicherheit zu schaffen und positive Erfahrungen zu ermöglichen.
Warum ist die Kulturelle Bildung wichtig für den Kinderschutz?
Fachkräfte können verschiedene professionelle Rollen ausüben. Sie können Vertrauenspersonen für Kinder- und Jugendliche sein, Brückenbauer:innen eines Hilfesystems, Wissensträger:innen für wirksame Prävention und Gestalter:innen für gelebte Schutzkonzepte.
Potenziale der Kulturellen Bildung im Kinderschutz
Vieles von dem, was die Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ohnehin mit sich bringt – wie Selbstwirksamkeitserfahrungen, die Stärkung sozialer Kompetenzen sowie das Erlernen verschiedener Ausdrucks- und Selbstreflexionsmethoden – ist auch für die Prävention (sexualisierter) Gewalt hilfreich. In Angeboten der Kulturellen Bildung können Kinder und Jugendliche sich ausprobieren, ihre Grenzen besser kennenlernen und Methoden erlernen, um diese auszudrücken und für sich einzustehen. All das ist wertvoll, um gemeinsam einen guten Umgang und wirksame Schutzstrukturen zu gestalten.
Was kann ein Schutzkonzept leisten?
So wie man bei einem Brand besser reagieren kann, wenn man vorbereitet ist (Rauchmelder, Kenntnis der Fluchtwege und Maßnahmen, Feuerlöscher), so kann man sensibler und souveräner mit einem Verdacht oder einem Vorfall (sexualisierter) Gewalt umgehen, wenn es transparente und intakte Schutzstrukturen gibt. Ein Schutzkonzept gibt Fachkräften und Betroffenen Handlungssicherheit durch Leitfäden, eine klare Benennung von Verantwortlichkeiten und Präventionsstrukturen, wie z.B. einem Beschwerdesystem.
Die gesamte Präsentation finden Sie hier.



















